Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Isarradweg

bei der Eröffnung des Vilstalradweges

Wasser erleben per Rad:

Natürlicher Uferanbruch der Isar - aber gefährlich

Infolge des letzten Hochwassers Anfang Juni 2010 hat die Isar am linksseitigen Ufer im Bereich Volkmannsdorfer Au (Gemeinde Bruckberg) vier weitere Meter Uferböschung abgetragen und sich in den angrenzenden Auwald verlagert/eingegraben. Dabei sind auch die noch bestehenden Reste des linksseitigen Uferweges, der bereits nach dem Hochwasser im Juli 2009 abgesperrt wurde, weggespült worden.

Uferanbruch: weggespülter Uferweg nach dem Hochwasser im Juni 2010
+ Uferanbruch: weggespülter Uferweg nach dem Hochwasser im Juni 2010

Da sich dieses Ereignis in den letzten elf Jahren zum vierten mal ereignet hat (beim Hochwasser 1999, 2005, 2009 und 2010), wird das Wasserwirtschaftsamt Landshut aus ökologischen Gründen den Uferanbruch nicht unterbinden und den Uferweg auch nicht mehr neu anlegen.
Der Bereich des Uferanbruches ist ein sogenanntes Prallufer, d.h. in diesem Bereich wird es bei zukünftigen Hochwasserereignissen erneut zum Abtrag des Ufers kommen. Wie weit sich dieser natürliche Abtrag infolge von Hochwasser in den Auwald ausdehnen wird, kann nicht genau voraus gesagt werden. Der Isar soll in diesem Bereich die Möglichkeit zur Eigenentwicklung gegeben werden. Eine Wiederherstellung des Uferweges wäre deshalb nicht sinnvoll und auch unwirtschaftlich.

Uferanbruch: weggespülter Uferweg September 2010
+ Uferanbruch: weggespülter Uferweg September 2010

Alternativroute

Als Alternativroute wurde deshalb im September 2009 die Umfahrung des Uferanbruches größtenteils auf der Deichkrone der Bruckberger Deiche außerhalb des Auwaldes und ca. 1,5 Kilometer durch den Auwald bis zur Wegkreuzung linksseitiger Uferweg der Isar unter der Autobahnbrücke A92 (siehe Lageplan) festgelegt. Die Alternativroute wurde mit den Büros für Tourismus am Landratsamt Landshut und am Landratsamt Freising und den Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Freising, der Eigentümer der angrenzenden Auwaldflächen ist, abgestimmt. Vom Wasserwirtschaftsamt Landshut wurden Infotafeln zur Alternativroute und zum Uferanbruch am Geländer der Volkmannsdorfer Brücke und an der Wegkreuzung linksseitiger Uferweg der Isar unter der Autobahnbrücke A92 aufgestellt

Lageplan zum Ausdrucken
+ Lageplan zum Ausdrucken

Begehen der Uferböschung lebensgefährlich

Leider zeigen unsere Erfahrungen, dass die Alternativroute von einigen Radfahrern und Spaziergängern nicht angenommen wird. Sie bewegen sich immer wieder im abgesperrten Bereich.
Die Uferböschung im abgesperrten Bereich ist sehr instabil und einsturzgefährdet. Sie kann jederzeit nach brechen. Im Bereich des Prallufers treten unberechenbare Strömungen auf und die Wassertiefe ist hoch. Es besteht die Gefahr des Ertrinkens. Das Wasserwirtschaftsamt Landshut weist ausdrücklich darauf hin, dass das Betreten des abgesperrten Bereiches lebensgefährlich ist.

Die Isar gestern und heute

Die ursprüngliche, "wilde" Isar verlief aufgeteilt in zahlreiche Rinnen, die sich zwischen ausgedehnten Kiesbänken ihren Weg suchten und sich immer wieder verlagerten.
Heute verläuft die Isar eingetieft und in ein künstlich verengtes Bett gezwängt. Die Aue wird nur noch bei extremen Hochwasserereignissen überflutet. Der veränderte Wasserhaushalt und die fehlende Dynamik sind der Grund für den Rückgang auetypischer Tier- und Pflanzenarten.

Historische Karte um 1850
+ Historische Karte um 1850

Auf zu neuen Ufern

Im abgesperrten Bereich gewinnt die Isar ein Stück Freiheit zurück: Ufer brechen ab, Kiesinseln verlagern sich, einzelne Gehölze werden vom Hochwasser mitgerissen und gleichzeitig entwickelt sich an anderer Stelle neuer Wald. Die Isar gestaltet ihr Bett und die zugehörige Aue neu.Hochwasser kann zukünftig schon bei niedrigeren Wasserständen als bisher in den angrenzenden Auwald gelangen und dort zurückgehalten werden. Eine naturnahe Aue ist damit auch ein Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz.

Luftaufnahme vor dem Uferanbruch; hier kann die Isar sich entwickeln
+ Luftaufnahme vor dem Uferanbruch; hier kann die Isar sich entwickeln

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