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Umwelttipps für den Umgang mit Wasser im Haushalt
In Bayern werden im Jahresdurchschnitt täglich 135 Liter pro Person im Haushalt einschl. Kleingewerbe ver- bzw. gebraucht (vorläufige Zahl für 2004). Im Bundesdurchschnitt waren es gar nur rd. 130 Liter - so viel wie zuletzt vor 25 Jahren! Und der Verbrauch geht trendmäßig (noch) leicht zurück mit Anzeichen der Stagnation.
Damit hat Deutschland nach Belgien den niedrigsten Pro-Kopf-Verbrauch in ganz Europa! Allerdings ist der Wasserpreis relativ hoch, die Trinkwasserqualität aber auch sehr gut. Qualität hat eben ihren Preis.
Wasser zu sparen ist sinnvoll und notwendig, wenn es darum geht, Wasserverschwendung zu vermeiden sowie Wasser bewusst und durchdacht einzusetzen. Wasser zu sparen hat aber dort seine Grenzen, wo es auf Kosten der Hygiene oder gar Gesundheit geht.
Im Hinblick auf die Lebensqualität nachfolgender Generationen kann jeder Einzelne, auch ohne großen Aufwand an Zeit, Geld und Kraft, helfen, Wasser zu sparen.
Körperpflege
- Duschen anstatt baden (Wasser- und Energieverbrauch beim Baden ist rd. 3x so hoch )
- beim Einseifen unter der Dusche das Wasser abstellen
- beim Zähneputzen Hahn zu drehen
- defekte Dichtungen erneuern, um den "schleichenden" Wasserverbrauch zu verhindern
Geschirrspülen
- Geschirr mit der Hand zu waschen braucht oft mehr Wasser als mit der Maschine. Neue Geschirrspülmaschinen kommen mit weniger als 20 Litern aus.
- Geschirrspülmaschine erst einschalten, wenn sie voll ist; Sie brauchen allerdings etwas mehr Geschirr
- Sparprogramme nutzen; bei wenig verschmutztem Geschirr auf Vorwäsche verzichten
- Grob verschmutztes und sperriges Geschirr mit der Hand waschen
- Spülmittel richtig dosieren; siehe Herstellerhinweis auf der Packung
- Beim Kauf auf den Wasser- und Energieverbrauch und das Umweltzeichen "Blauer Engel" achten. (siehe auch unter www.blauer-engel.de Geschirrspülmaschinen)
Wäsche waschen
- Moderne Waschmaschinen haben gegenüber früher einen geringeren Wasserverbrauch.
- Nur volle Waschmaschinen einschalten
- Sparprogramme nutzen und evtl. niedrigere Waschtemperatur wählen
- Waschmittel nach Wasserhärte dosieren; Ihr zuständiges Wasserwerk - die Kontaktdaten erhalten Sie von Ihrer Gemeinde - nennt Ihnen den Härtebereich; oft gibt es Aufkleber für die Waschmaschine. Hinweise auf weniger Gewässer belastende Waschmittel finden Sie unter www.blauer-engel.de Waschmittel
- Möglichst wenig weiße Kleidungsstücke kaufen, da diese oft gewaschen werden müssen
- Beim Waschmaschinenkauf auf den Wasser- und Energieverbrauch und auf das Umweltzeichen "Blauer Engel" achten (siehe auch unter www.blauer-engel.de Waschmaschinen.)
- Waschen Sie nicht heißer als nötig
Reinigen, Putzen, Renovieren
Der Wasserverbrauch im Haushalt zum Reinigen, Putzen und Renovieren ist zwar relativ gering, aber die Auswirkungen dieser Tätigkeit auf den Gewässerschutz können groß und nachteilig sein. Denken Sie an den Wasserpfad:
Abwasser -> Kanal -> Kläranlage -> Fluss -> anteilig wieder ins Grundwasser -> Trinkwasser.
- Chemische Putz- und Reinigungsmittel - wenn überhaupt - gezielt und sparsam einsetzen; viel hilft nicht immer viel, sondern schadet oft mehr
- Auf übertriebene Hygiene verzichten; was Bakterien im Haushalt tötet, tötet auch die nützlichen Bakterien bei der Abwasserreinigung in der Kläranlage
- Schrubber und (Klo-)Bürste anstatt Chemikalien; die Mühe lohnt sich, der Umwelt zuliebe
- Bei Verstopfung der Toilette oder des Küchenablaufes zuerst Saugglocke bzw. mechanische Spirale mit Kurbel einsetzen anstatt ätzender chemischer Rohrreiniger
- Vorsatzsiebe im Spülbecken und im Duschablauf beugen Verstopfungen vor
- Duftsteine im WC und im Spülkasten belasten das Abwasser und sind überflüssig
- Nicht in die Toilette oder in einen anderen Abwasserabfluss, sondern in den Hausmüll, in die Biotonne oder in den Sondermüll (siehe Verpackung oder fragen Sie den Abfallberater Ihrer Gemeinde) gehören Abfälle wie z.B. Asche, Chemikalien, Damenbinden und Slipeinlagen, Farben, Fotochemikalien, Fette, Katzenstreu und Vogelsand, Kondome, Küchenabfälle, Lacke, Lösungsmittel, Medikamente, Öle, Pflanzenschutzmittelreste , Pinselreiniger, Putzmittel, Rasierklingen, Speisereste, Tapetenkleister, Textilien, Wattestäbchen, Windeln, Zigarettenkippen. Diese Stoffe können zur Verstopfung der Abflussrohre führen und - was noch schlimmer ist - belasten oder vergiften gar das Abwasser. Liefern Sie die Stoffe bzw. leeren Behälter bei den Sondermüllsammelstellen ab.
Toilettenspülung
- defekte Stempeldichtungen in Spülkästen austauschen (möglicher Wasserverlust pro Tag: 50 Liter)
- Um- bzw. Einbau einer Spartoilette (Verbrauch 6 l statt 9 l) mit Spül-Stop-Taste nochmals bis zu 40% Ersparnis möglich
- Druckspüler mit 3 l- und 6 l-Taste können mit allen WC-Becken kombiniert werden.
- Hängen Sie keine Geruchsverbesserer oder Reiniger ins WC.
- Vermeiden Sie chemische Rohrreiniger
- Geben Sie Hygieneartikel wie Tampons, Wattestäbchen etc. in die Mülltonne, nicht in das WC
Medikamente
Fragen Sie Ihre Apotheke, ob sie alte Medikamente entgegen nimmt.
Wassersparende Einrichtungen Haushalt
- Durchflussmengenbegrenzer mit Luftsprudler (obwohl der Wasserdurchfluss begrenzt wird, schafft das Zumischen von Luft einen vollen Strahl)
- wassersparende Einhebelmischbatterie
- Thermostatarmaturen (verhindern Ablauf ungenützten Wassers bis gewünschte Mischwassertemperatur erreicht ist)
- Selbstschluss-Armaturen (häufig in Gaststättenbetrieben verwendet)
Bitte leisten Sie hier täglich Ihren aktiven Beitrag zum Umweltschutz!
Weiterführende Informationen
Links zu anderen Angeboten
- [EXT] Blauer Engel: Umweltzeichen "Blauer Engel"
- [EXT] BUND: Internetangebot des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland
- [EXT] Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V.: Broschüre "Der umweltfreundliche Haushalt"
- [EXT] Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V.: "Handbuch für den umweltbewussten Haushalt"

