Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Isar - Stützkraftstufe Pielweichs mit Anlage von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
Ergänzendes Planfeststellungsverfahren (Lkr. Deggendorf)

Fertigstellung der Uferrenaturierung zwischen Fl-km 9,2 und 9,9 bei Plattling

In der zweiten Dezemberwoche konnten die Arbeiten am rechten Isarufer bei Plattling abgeschlossen werden.
Durch diese vorgezogene Kompensationsmaßnahme für die SKS Pielweichs wurde die Isar auf einer Strecke von ca. 700 Metern beispielhaft aus ihrem steinernen Korsett befreit, um wieder mehr Eigendynamik entwickeln zu können.
Für die Bürger ist die Isar durch die Maßnahme besser zugänglich geworden.

Isarufer nach der Fertigstellung
+ Isarufer nach der Fertigstellung

Planungsstand Dezember 2011

Weiterführende Informationen

Links zu anderen Angeboten

Vorgezogene Kompensationsmaßnahme –
Fortsetzung der Renaturierung des rechten Isarufers zwischen Fl-km 9,9 und 9,6 bei Plattling

Ab der KW 45 wird die vorgezogene Kompensationsmaßnahme für die Stützkraftstufe Pielweichs „Renaturierung des rechten Isarufers“ im Bereich zwischen Fl-km 9,9 und 9,6 fortgesetzt.
Hier müssen für die Maßnahme ca. 15 große Hybrid-Pappeln gefällt werden, um das Ufer auch dort abflachen zu können.
In diesem Bereich ist ebenfalls die Entnahme der Uferversteinung sowie der Bau von zwei weiteren Buhnen geplant. Die Buhnen werden in ähnlicher Form wie flussabwärts konzipiert.
Für die Gewässerunterhaltung muss hier zusätzlich der bestehende uferbegleitende Weg an den Deich verlegt werden.
Die Ausführung geschieht weiterhin mit Unterstützung des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf durch die Flussmeisterstelle Plattling.
Die Arbeiten wurden im Vorfeld mit allen zuständigen Fachstellen und der Stadt Plattling abgestimmt und werden bei entsprechender Witterung im Herbst/Winter 2011 abgeschlossen sein.

Vorgezogene Kompensationsmaßnahme – Entlandung des Isaraltwassers bei Neutiefenweg

Die Entlandung im Naturschutzgebiet „Isaraltwasser bei Neutiefenweg“ ist eine vorgezogene Kompensationsmaßnahme der Stützkraftstufe Pielweichs.

Maßnahme:

Ziel der Maßnahme ist die Verzögerung der Verlandung des Isaraltwassers bei Neutiefenweg, welche durch den Bau der Stützkraftstufe Pielweichs beschleunigt wurde.
Die Entlandung dient somit dem Erhalt der hohen naturschutzfachlichen Qualität der Naturschutzgebiets.

Dichte Röhrichtbestände im Altwasser
+ Dichte Röhrichtbestände im Altwasser

Im Vorfeld wurde die Kompensationsmaßnahme mit allen zuständigen Fachstellen, sowie dem Fischereiverein Plattling e.V. und der Stadt Plattling abgestimmt.

Weiterführende Informationen

Dokumente zum Download

Baggerschute (hinten) und Saugbagger (vorn) bei der Arbeit
+ Baggerschute (hinten) und Saugbagger (vorn) bei der Arbeit

am Ende der 1,5 km langen Rohrleitung landet das Spülgut im Absetzbecken
+ am Ende der 1,5 km langen Rohrleitung landet das Spülgut im Absetzbecken

Vorgezogene Kompensationsmaßnahme - Renaturierung des rechten Isarufers zwischen
Fl-km 9,6 und 9,2 bei Plattling

Als vorgezogene Kompensationsmaßnahme für die Stützkraftstufe Pielweichs wird ab Ende September 2011 im Auftrag des Wasserwirtschaftsamts Landshut das rechte Isarufer oberhalb der B8-Brücke in Plattling renaturiert.
Bei der Baumaßnahme wird der Uferverbau auf einer Länge von 400 m entnommen, das Ufer abgeflacht und mit Kies bedeckt. Zusätzlich werden vier Steinbuhnen im Abstand von ca. 100 m und einer Länge von jeweils 10-7 Metern eingebaut, um der Isar wieder mehr Strömungsvielfalt zurückzugeben.
Die Planung der Maßnahme wird vom Wasserwirtschaftsamt Landshut geleitet und die Ausführung geschieht mit Unterstützung des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf durch die Flussmeisterstelle Plattling.

Abflachung der Uferböschung
+ Abflachung der Uferböschung

Der Uferverbau wird sukzessive entnommen
+ Der Uferverbau wird sukzessive entnommen

Die Maßnahme dient vorrangig der ökologischen Verbesserung der Isar, erhöht aber auch die Aufenthaltsqualität des Isarufers im Stadtbereich Plattling, so dass die Plattlinger Bürgern das neue Isarufer in Ihrer Freizeit nutzen können.
Die Arbeiten wurden im Vorfeld mit allen zuständigen Fachstellen und der Stadt Plattling abgestimmt und werden im Herbst 2011abgeschlossen sein.

Weiterführende Informationen

Dokumente zum Download

Uferrenaturierung Plattling: Letzte Arbeiten am Abschnitt Fl-km 9,6 – 9,2

Die Uferrenaturierung in diesem Abschnitt wird in der KW 45 abgeschlossen. Die Strömungsvielfalt hat durch die Buhnen beträchtlich zugenommen.

Strömung wird stark abgelenkt
+ Strömung wird stark abgelenkt

Infiltrationsversuch rechts der Isar zwischen Niederpöring und Pielweichs vom 28.03. - 01.04.2011

Was wurde bei dem Versuch gemacht?

Schema der  Infiltrationen zur Bewässerung des Auwalds
+Schema der Infiltrationen zur Bewässerung des Auwalds

In der Woche vom 28.03. bis zum 01.04.2011 wurden rechts der Isar von Niederpöring bis Pielweichs die damm-begleitenden, unterirdischen Rohrleitungen mit einer Wassermenge von max.689 l/s beaufschlagt. Gemäß Bescheid zur Stützkraftstufe Pielweichs soll hierbei ein etwa 1-jährliches Hochwasser-Ereignis an der Isar simuliert werden.
Das Wasser stammt aus der Isar und wird in den Rohren (Durchmesser 80 cm) durch Absperrvorrichtungen (Schieber) unter Druck gesetzt. Dadurch dringt es durch die durchlässigen Betonrohre in den Boden ein.

Die Erlaubnis für den Infiltrationsversuch wurde dem WWA Landshut durch den rechtskräftigen Teil des wasserrechtlichen Bescheids zur Stützkraftstufe Pielweichs (von 2002) erteilt.
Alle zuständigen Behörden, Gemeinden sowie der Bauernverband wurden im Vorfeld von dem Versuch in Kenntnis gesetzt.

Was waren die Ergebnisse des Versuchs?

Auswirkungen auf den Grundwasserstand waren bei diesem Versuch nicht zu verzeichnen. Das Wasser trat jedoch oberflächlich an durchlässigen Schichten zu Tage und verteilte sich in Geländesenken und Rinnen.

Grenzwertpegel in überschwemmter Senke
+ Grenzwertpegel in überschwemmter Senke

Die Höhe der Wasserstandsschwankungen wurde anhand von sogenannten Grenzwert-Pegeln und mit Hilfe von markierten Holzpflöcken gemessen und täglich von Mitarbeitern des Wasserwirtschaftsamts kontrolliert.
Die maximal gemessene Wasserstandssteigung betrug bei diesem Feldversuch 35 cm über der Geländeoberkante.
Insgesamt wurden von Niederpöring bis Pielweichs 17 Messstellen aufgestellt und beobachtet.
Die Vernässungen waren auch auf Flächen in Privateigentum zu beobachten.

Überschwemmte Fläche mit Grenzwertpegel zur Dokumentation des Versuchs
+ Überschwemmte Fläche mit Grenzwertpegel zur Dokumentation des Versuchs

Warum wurde dieser Versuch gemacht?

Die Dämme der Stützkraftstufe Pielweichs sind bis in den tertiären Untergrund gedichtet und unterbinden somit den natürlichen Grundwasserstrom zwischen Isar und angrenzendem Auwald. Dies hat zur Folge, dass der Auwald auf Dauer mit weniger Wasser versorgt wird, da Überschwemmungen und größere Grundwasserschwankungen ausbleiben.
Durch die Infiltration von Isar-Wasser in den Auwald sollen die natürlichen Wasserstandsschwankungen künstlich, aber in Abhängigkeit von den realen Isar-Abflüssen nachgestellt werden.

Grenzwertpegel: weiße Linie bei Messscala markiert höchsten Wasserstand
+ Grenzwertpegel: weiße Linie bei Messscala markiert höchsten Wasserstand

Wie oft werden solche Infiltrationen gemacht ?

Um Betroffenheiten bei der anliegenden Landwirtschaft zu vermeiden werden in der Versuchs-Phase Infiltrationen nur im Frühjahr und Herbst durchgeführt.
Die Versuche werden so oft wiederholt, bis durch die Erfahrungen eine praktikable Betriebsanleitung für die Regel- und Steueranlagen an den Rohrleitungen erstellt werden kann.
Nach Bescheidserlass werden die Infiltrationsleitungen abhängig vom Isar-Abfluss nur im Hochwasserfall und nur für festgesetzte Zeitspannen aktiviert.

Der nächste Versuch wird voraussichtlich ab dem 29. April 2011 bis 06.Mai 2011 ausschließlich auf der linken Isar-Seite durchgeführt werden

Befragung der Grundeigentümer im Planungsbereich der Stützkraftstufe Pielweichs durch Versand eines Fragebogens im September 2010

Die Rücklaufquote der Fragebögen lag bei 23 %.

Ergebnisse der Befragung
Flächen Hektarfläche insgesamt
Verkaufsinteresse 30 31 ha
Tauschinteresse 92 98 ha

Fragen und Antworten zum Projekt
Häufig gestellte Fragen zum Projekt und zur Unternehmensflurbereinigung Antworten des Wasserwirtschaftsamtes Landshut
Wie verändern sich die Grundwasserverhältnisse grundsätzlich im Projektgebiet? Nach dem Bau der SKS Pielweichs haben sich neue Grundwasserverhältnisse ergeben. Maßgeblich für das Wasserrechtsverfahren sind jedoch die Grundwasserverhältnisse vor dem Bau der SKS Pielweichs. Gegenüber diesen Verhältnissen sind Verschlechterungen für die Landwirtschaft und in Siedlungsbereichen zu vermeiden.
Ist mit Vernässung und Überschwemmung von privaten Auwald- uns Ackerflächen zu rechnen? Bei erhöhten Isarabflüssen wird das linke Umgehungsgerinne ausufern und zu Überschwemmungen im Auwald führen. Im Zuge der Unternehmensflurbereinigung sollen die beeinträchtigten Auwaldflächen in nicht beeinträchtigte Bereiche verlegt werden. Die Überschwemmungen werden sich auf den Auwald bzw. nur Teile davon beschränken. Die Beeinträchtigung von Ackerflächen soll durch einen leistungsfähigen Abfanggraben (= umgeleiteter Längenmühlbach) verhindert werden. Weitere Untersuchungen laufen und werden bei vorliegenden Ergebnissen der Öffentlichkeit kommuniziert.
Ist mit steigendem Grundwasser und Druckwasser im Bereich des Stadtteils Pielweichs zu rechnen? Die Auswirkungen des linken Umgehungsgerinnes auf das Grundwasser werden derzeit untersucht. Die Untersuchungsergebnisse werden der Öffentlichkeit kommuniziert.
Wird es zur Einschränkung der Nutzung bzw. der Nutzungsrechte kommen? Durch vorübergehende Überschwemmungen im Auwald kann die Nutzung kurzzeitig beeinträchtigt werden. Eine generelle Nutzungseinschränkung auf Privatflächen wird es durch den Bau der Umgehungsgerinne nicht geben.


Modellversuch zum Ausleitungsbauwerk für das linke Umgehungsgerinne SKS Pielweichs an der TU Obernach

Am 18. Februar 2010 organisierte das WWA Landshut eine Informationsfahrt an die TU Versuchsanstalt für Wasserbau und Wasserwirtschaft in Obernach am Kochelsee.

Alle beteiligten Verbände und Verwaltungen, sowie die Fischereiberechtigten und die Presse wurden über den derzeitigen Planungsstand, das weitere Vorgehen des WWA Landshut im ergänzenden Planfeststellungsverfahren SKS Pielweichs und über die Ergebnisse des Modellversuchs zum linken Ausleitungsbauwerk informiert.

Kurzbeschreibung des Modells:

das Modell bei einem Abfluss von ca. 6 m³ (bei mittleren Abflüssen in der Isar) Quelle: Dr. A. Hartlieb, VAO
+das Modell bei einem Abfluss von ca. 6 m3 (bei mittleren Abflüssen in der Isar) Quelle: Dr. A. Hartlieb, VAO
strukturierte Rampe mit Riegeln und Becken für den Fischaufstieg
+strukturierte Rampe mit Riegeln und Becken für den Fischaufstieg

Zur Geschichte der unteren Isar

Die ursprünglich stark verzweigte Untere Isar, entfaltete im Naturzustand ein 1000m breites Rinnensystem, welches nur zu Hochwasserzeiten ganz überströmt wurde. Durch Siedlungsdruck, Intensivierung der Landwirtschaft und Flussbegradigungen oberhalb Landshuts wurde ein Ausbau der Unteren Isar notwendig. Der Ausbau an der Unteren Isar begann um 1860 und endete um die Jahrhundertwende.
Die Begradigung der Unteren Isar und der weitere Ausbau der Wasserkraft ab 1948 durch die Stufen in Altheim, Niederaichbach, Gummering und Dingolfing hatten eine starke Eintiefungstendenz zur Folge.
Aufgrund der sich stark ausbreitenden Sohlenerosion unterhalb Dingolfings bestand ernsthafte Gefahr für einen Sohldurchbruch in den tertiären Untergrund. Folgenschwere Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel und damit Bauten und Landwirtschaft waren absehbar.
Im Rahmen einer „Ökotechnischen Modelluntersuchung“ wurden verschiedene Lösungsansätze für die Verhinderung eines Sohldurchschlags der Isar in Erwägung gezogen.
Diese Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass der Bau von mehreren Stützkraftstufen mit gekoppelter Stromerzeugung, die einzig machbare Alternative wäre.

Stützkraftstufe Pielweichs - Teil eines Sanierungskonzepts

Die Sanierung der Unteren Isar wurde unter Federführung des WWA Landshut ab Dingolfing an der Isar in mehreren Abschnitten durchgeführt. Die Stützkraftstufe Pielweichs ist die letzte von mehreren geplanten Stützkraftstufen an der Unteren Isar bis zur Mündung in die Donau.

Luftaufnahme des Bearbeitungsgebiets Pielweichs, Quelle: Klaus Leidorf Luftbilddokumentation
+Luftaufnahme des Bearbeitungsgebiets Pielweichs, Quelle: Klaus Leidorf Luftbilddokumentation

Der Naturraum Untere Isar - Ein Juwel in Bayern

Trotz der enormen Eingriffe in den Naturraum der Unteren Isar durch den Menschen, ist dieses Gebiet als hochgradig wertvoll einzustufen.
Die Auwälder der Unteren Isar zwischen Gottfrieding und Plattling gehören zu den größten und letzten zusammenhängenden Auwaldbeständen in Bayern. Aufgrund ihrer Besonderheit wurden sie als Vogelschutz (special protected Area) und FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) durch die Regierung von Niederbayern an die EU gemeldet. Somit ist die Untere Isar bei Pielweichs Teil des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000.
Im Gebiet zwischen Ettling und Plattling befinden sich verschiedenste wertvolle Lebensräume, wie natürliche nährstoffreiche Seen, Wasserpflanzen- und Röhrichtvegetationen und Verlandungszonen, artenreiche Feuchtwiesen und Hochstaudenfluren, Weichholz- und Hartholzauwald außerdem Schlucht- und Hangmischwälder.
Diese Biotoptypen beheimaten seltene Arten der Tier- und Pflanzenwelt, die internationalen Schutz genießen.
Zu den geschützten Tieren des Gebiets zählt der Biber, das Blaukehlchen, der Mittelspecht, die schmale Windelschnecke, die Haselmaus, die Bachmuschel, die natürlichen Fischarten (Schlammpeitzger, Schied, Streber, Schrätzer, Weißfloßiger Gründling und Frauennerfling) sowie die Grüne Keiljungfer.

Natürliches Stillgewässer entlang der Isar
+Natürliches Stillgewässer entlang der Isar
eine der seltenen FFH-Tierarten: die schmale Windelschnecke (Vertigo angustior)
+eine der seltenen FFH-Tierarten: die schmale Windelschnecke (Vertigo angustior) Quelle:http://www.natura2000.murl.nrw.de/
ffh-broschuere/images/bilder_arten/schmale_windelschnecke.jpg

Ergänzendes Planfeststellungsverfahren - Wie es dazu kam

Nach der Fertigstellung der Stützkraftstufe Pielweichs wurde die Planfeststellung im Jahre 2002 vom Landratsamt Deggendorf in einem Bescheid erlassen.
Es wurden verschiedenen Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluß geführt, unter anderem vom Bund Naturschutz in Bayern e.V..
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof fällte hierzu am 8.Juni 2008 sein Urteil.
Eine der im Urteil angesprochenen Beanstandungen lagen im Bereich der ökologischen Bilanzierung. Es wurden vom Gericht Mängel in der Bilanzierung der Ausgleichs- und Ersatzflächen festgestellt, die nun vom WWA Landshut nachzubessern sind. Dies ist nun in einem ergänzenden Planfeststellungsverfahren neu aufzubereiten. Außerdem sind die hydraulischen Auswirkungen der Stützkraftstufe Pielweichs darzustellen. Aufgrund des nicht vollziehbaren Bescheides wurden bisher nur Teile der geplanten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ausgeführt.

Wie sieht die bisherige Planung der Ausgleichs- und Ersatzflächen aus?

Die landschaftspflegerischen Begleitpläne aus dem Jahr 1991 bzw. 1995 sehen als Maßnahmen zwei Umgehungsgerinne rechts und links der Isar vor.

Sonstige Ausgleichsmaßnahmen:

Was sieht die weitere Planung des WWA Landshut vor?

Das WWA Landshut wird die Gesamtbilanzierung auf digitaler Datenbasis und nach aktuellen Grundsätzen der Ausgleichs- und Ersatzflächenermittlung neu aufstellen und zwischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen differenzieren.
Ob sich daraus neue Handlungsfelder ergeben, wird die Neubilanzierung zeigen.
Das linksseitige Ersatzfließgewässer wird neu überplant. Die bislang in Teilbereichen vorgesehene Gerinneabdichtung und die Abstürze im Gewässer sollen nochmals überprüft werden.
Ziel ist es zudem, in Abhängigkeit mit den natürlichen Abflüssen in der Isar, Abfluss-Schwankungen im Ersatzfließgewässer zu ermöglichen. Bei einem Regelabfluß von 6 m3/s sind dabei Schwankungen von 3 m3/s bis 10 m3/s denkbar und zu überprüfen. So könnten sowohl Niedrigwasserabflüsse simuliert, als auch gezielte Überschwemmungen im Auwald hervorgerufen werden, um die Dynamik dieses Lebensraums wieder herzustellen. Bei der Neuplanung ist ein Maximum an Varianz der Strömungen und Strukturen im Gewässer vorgesehen.
Ziel ist es durch die Ausleitungen in Kombination mit den Wirkungen der Infiltrationsleitungen am Fuße der Dämme möglichst keine Betroffenheiten bei Grundstücksbesitzern zu erzeugen jedoch gleichzeitig eine optimale Wertigkeit des Auwalds zu erreichen.
Gegebenenfalls sind im Zuge des ergänzenden Planfeststellungsverfahrens zusätzliche naturschutzfachliche Untersuchungen erforderlich.
Zeitgleich ist vorgesehen mit Hilfe des ALE Niederbayern ein Flurneuordnungsverfahren zur Grundbereitstellung einzuleiten, um die Umsetzung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu unterstützen.
Im Zuge der Neuplanung werden hydraulische Untersuchungen bei Abflüssen von 3 bzw. 6 und 10 m3/s Abfluss in Auftrag gegeben. Ebenso werden die Auswirkungen einer Anbindung an das Grundwasser untersucht.
Die TU München Obernach ist mit einem Modellversuch zu einem Ausleitungsbauwerk für das linke Ersatzfließgewässer beauftragt, das die Ausleitung von verschiedenen Abflussmengen ohne kontinuierliches Eingreifen überprüfen soll.

Teilstrecke des zukünftigen Ersatzfließgewässers links der Isar (heutiger Längenmühlbach)
+Teilstrecke des zukünftigen Ersatzfließgewässers links der Isar (heutiger Längenmühlbach)