Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Hochwasserschutz Weltenburg

Blick auf das Kloster Weltenburg

Technischer Hochwasserschutz:

Hochwasserschutzmaßnahmen gehen mit Baubabschnitt 2 weiter

Ab Montag, den 12. Oktober 2009, begannen die Bauarbeiten für die weiteren erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen in Weltenburg.

Der zweite Bauabschnitt umfasst in erster Linie Binnentwässerung und Kanalisation und damit im wesentlichen Bauarbeiten in und neben der Staatsstraße zwischen Weltenburg und Kelheim und im Bereich der Asamstraße.

Aufgrund des ca. 4,7 km2 großen Außeneinzuggebietes ist für die Ableitung des hier anfallenden Regenwassers bei gleichzeitigem Donauhochwasser deshalb der Neubau eines ca. 210 m langen drucksicheren Kanals DN 1200 erforderlich. Außerdem musste der vorhandene Kanal DN 1300 ebenfalls drucksicher ausgebaut werden. Dies erfolgte durch das Einziehen eines Inliners. Zudem waren weitere Anpassungen am Kanalnetz sowie Spartenumlegungen erforderlich.

Einbau des Druckkanales DN 1200
+ Einbau des Druckkanales DN 1200
Einbau eines Fertigteilschachtes
+ Einbau eines Fertigteilschachtes

Die Bauarbeiten für einen durchgehenden Schutz für ein hundertjährliches Hochwasserereignis sind auf drei Bauabschnitte verteilt. Nachdem das Bayerische Umweltministerium die entsprechenden Haushaltsmittel bereitgestellt hat, hat das Wasserwirtschaftsamt Landshut nun den zweiten Bauabschnitt an die Firmen Pritsch/Herrngiersdorf und KMG/Karlsfeld vergeben.
Laut Johannes Schmuker, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Landshut, werden die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt vorbehaltlich der Witterungsverhältnisse im Winter bzw. zeitigem Frühjahr 2011 mit den Asphaltierungsarbeiten abgeschlossen.

Die Gesamtmaßnahme Hochwasserschutz Weltenburg ist für eine EU-Kofinanzierung vorgesehen. Die Stadt Kelheim beteiligt sich mit 35 % an den Kosten.

Johannes Schmuker hofft auf eine rasche und zeitnahe Umsetzung der notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen in Weltenburg und bittet gemeinsam mit der Stadt Kelheim für die Behinderungen während der Bauzeit um Verständnis.

Mobile Verschlüsse zum Hochwasserschutz in Weltenburg probeweise aufgebaut

Die Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt zum Hochwasserschutz Weltenburg im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes Landshut sind abgeschlossen. Am Dienstag, den 11.08.2009 erfolgte der probeweise Aufbau der mobilen Verschlüsse entlang der Asamstraße durch die Kelheimer Feuerwehren.

die Kelheimer Feuerwehr beim Probeaufbau
+ die Kelheimer Feuerwehr beim Probeaufbau

Der erste Bauabschnitt umfasst eine Hochwasserschutzmauer entlang der Asamstraße auf der parkplatzzugewandten Seite auf ca. 400 m Länge. Die Parkplatzzufahrten und -abgänge, die Zufahrt zum Sport-platz sowie die Asamstraße Richtung Kloster werden im Hochwasserfall mit mobilen Elementen verschlossen. Damit wird zunächst ein Schutz vor einem etwa zehnjährlichen Hochwasser gewährleistet. Für einen kompletten hundertjährlichen Schutz wird die Schutzwand hier bis zu ca. 3,5 m hoch.

In einem weiteren Abschnitt folgt der Ausbau für den Schutz bis zu einem hundertjährlichen Hochwasserereignis. Dafür sind die Errichtung einer zusätzlichen Mauer entlang der Pater-Josef-Straße und eine Aufstockung der Mauer in der Asamstraße bei größerem Hochwasser mit mobilen Elementen erforderlich.

Baustellenbesuch mit Staatsminister Dr. Otmar Bernhard am 25. April 2008

Mit einer 800 Meter langen Schutzmauer werden Bürger und Besucher von Weltenburg geschützt, zugleich bleibt die freie Sicht auf die Donau erhalten. Dies erklärte Umweltminister Otmar Bernhard bei der Besichtigung des Baufortschritts heute in Weltenburg. Bernhard: "Die Baumaßnahmen für einen 100-jährlichen Hochwasserschutz gehen gut voran und sind voraussichtlich in zwei Jahren fertig. Künftig werden bei Hochwasser auf die neu zu errichtende, ortsfeste Mauer in der Asamstraße mobile Schutzwände aufgesteckt. Diese Konstruktion erhält den unverstellten Blick auf die Donaukulisse mit den markanten Steilufern.'" Die Weltenburger müssen aber nicht nur von der Flussseite vor Hochwasser geschützt werden, sondern auch von innen: wegen der Schutzmauer kann bei starkem Regen das Wasser nicht mehr in die Donau abgeleitet werden. Daher wird ein innerörtliches Kanal- und Pumpsystem angelegt, um das Hinterland entwässern zu können. Die Gesamtkosten der Schutzmaßnahmen belaufen sich auf rund 4,7 Millionen Euro, die anteilig die Stadt Kelheim, Freistaat, Bund und EU bezahlten.

Seit 1999 wurden circa 2,8 Millionen Euro an Investitionen in den Hochwasserschutz der Stadt Kelheim und das Kloster Weltenburg investiert. Dies betraf vor allem Deichsanierungen im Bereich der Altmühlmündung sowie das Anlegen neuer Deichhinterwege. Das Kloster Weltenburg wurde mit einem möglichst unsichtbaren Hochwasserschutz ausgerüstet, um Hochwasserschutz und Denkmalschutz auf beste Weise zu vereinen.

Umweltminster Dr. Otmar Bernhard bei seiner Rede#
+ Umweltminster Dr. Otmar Bernhard bei seiner Rede

I. Allgemeines

Weltenburg ist ein Ortsteil von Kelheim. Es liegt unmittelbar vor dem Weltenburger Donaudurchbruch in Höhe Fl.- km 2420,6 an der rechten Donauseite. Der überregional bekannte Ausflugsort mit dem gleichnamigen Kloster liegt teilweise im Naturschutzgebiet 'Weltenburger Enge'.
Der Ortsteil Weltenburg, der beim Pfingsthochwasser 1999 großflächig überschwemmt war, ist im Bereich der Asamstraße häufiger bei Hochwasser betroffen. 2002 und 2005 konnte die Feuerwehr durch mit großem Aufwand errichtete Sandsackbarrieren ähnliche Schäden wie 1999 verhindern. Mit dem Bauabschnitt 1 kann zunächst ein durchgehender Schutz für Weltenburg bis etwa einem zehnjährlichen Hochwasser erreicht werden. In weiteren Abschnitten folgt der Ausbau für den Schutz bis zu einem hundertjährlichen Hochwasserereignis.

Ausbau auf hundertjährliches Hochwasser durch technischen Hochwasserschutz, Kurzbeschreibung der Baumaßnahme

Die bei Hochwasser besonders gefährdeten Teile des Ortes liegen entlang der zur Donaufähre und zum Kloster führenden Asamstraße und östlich der Pater-Josef-Straße.
Der Hochwasserschutz von Weltenburg wird im Wesentlichen durch eine Schutzmauer gewährleistet, die an die Talflanken anschließt.
Die Hochwasserschutzmauer beginnt im Süden an der Eichbergstraße. Sie kreuzt dann am Anfang der Alten Dorfstraße die Pater-Josef-Straße und läuft entlang des westlichen Straßenrandes oberhalb der Straßenböschung bis zur Asamstraße. Ab hier wird die Hochwasserschutzmauer im Abstand von ca. 3,5 m (Promenade) von der Asamstraße geführt. Im Norden endet die Mauer am Steilufer des Donaudurchbruches. An den Straßenkreuzungen und den Parkplatzzufahrten sind Dammbalkenverschlüsse vorgesehen.

II. Bauabschnitt 1

Der erste Bauabschnitt umfaßt eine Hochwasserschutzmauer entlang der Asamstraße auf ca. 400 m Länge mit einer Schutzhöhe bemessen auf ein etwa zehnjährliches Hochwasserereignis. Hierbei wird eine Untergrundabdichtung bis zum anstehenden Fels (ca. 7 bis 8 m) eingebracht. Dies erfolgt größtenteils im Mixed-in-Place-Verfahren, wo über ein Großgerät mit drei gegenläufigen Bohrschnecken der vorhandene Untergrund aufgelockert und mit einer Zement-Betonitsuspension vermischt wird . Die Suspension verbindet sich dann mit dem anstehenden Boden zu einer ca. 40 cm starken Dichtwand. Bei der Querung der Asamstraße und von vorhandenen Sparten wird die Dichtung als Hochdruckinjektion ausgeführt, wo eine Suspension mit hohen Drücken in den Untergrund gepresst wird und sich ebenfalls mit dem anstehen Boden zu einer durchgehenden Dichtwand verbindet.
In die Dichtwand werden im Abstand von drei Metern Eisenträger eingestellt, die dann das statische Gerüst für die Hochwasserschutzmauer und die in einem späteren Bauabschnitt folgenden mobilen Elemente bilden.

Die Parkplatzzufahrten und -abgänge werden im Hochwasserfall mit mobilen Elementen verschlossen. Baubeginn für den ersten Abschnitt war zu Beginn des Jahres 2008, offizieller Spatenstich am 18.02.2008. Begonnen wurde nach den Rodungsarbeiten mit der Untergrundabdichtung bis zum anstehenden Fels entlang des gesamten Mauerbereichs.

Den Zuschlag für den ersten Bauabschnitt erhielt die Fa. Georg Pritsch aus Sandsbach. Mit verschiedenen anschließend zu erstellenden Ausgleichsmaßnahmen werden die Kosten des ersten Bauabschnitts derzeit auf ca. 1,4 Mio € veranschlagt.

Vorbereitungen für die Untergrundabdichtung
+Vorbereitungen für die Untergrundabdichtung

Erste Schalarbeiten für die Hochwasserschutzmauer
+Erste Schalarbeiten für die Hochwasserschutzmauer

beim Spatenstich (von links): SR Theo Schabmüller, 3 Vertreter der Fa. Pritsch, Bgm. Fritz Mathes, stellv. LR Dr. Gerhard Merkl, Amtsvorstand des WWA Landshut Johannes Schmuker, Bauleiter des WWA Landshut Peter Habersbrunner
+Beim Spatenstich (von links): SR Theo Schabmüller, 3 Vertreter der Fa. Pritsch, Bgm. Fritz Mathes, stellv. LR Dr. Gerhard Merkl, Amtsvorstand des WWA Landshut Johannes Schmuker, Bauleiter des WWA Landshut Peter Habersbrunner

III. Weitere Bauabschnitte

In weiteren folgenden Bauabschnitten wird ein Hochwasserschutz für ein hundertjährliches Ereignis erreicht werden. Dafür ist die Errichtung einer zusätzlichen Mauer entlang der Pater-Josef-Straße und eine Aufstockung der Mauer in der Asamstraße mit mobilen Elementen erforderlich. Außerdem ist die Binnenentwässerung zu ertüchtigen und neu zu regeln.
Aufgrund des ca. 4,7 km2 großen, stark geneigten Außeneinzugsgebietes ist für die Ableitung des hier anfallenden Regenwassers deshalb der Neubau eines ca. 210 m langen drucksicheren Kanales DN 1200 erforderlich und weitere Anpassungen im Kanalnetz.
Der südliche Tiefpolder wird von einem insgesamt ca. 12 ha großen Einzugsgebiet beaufschlagt. Für die Ableitung des hier anfallenden Regenwassers ist der Neubau eines Pumpwerkes erforderlich. Durch den Neubau eines Zwischenspeichers (Speichermulde/Mahlbusen) kann der Abfluss soweit gedrosselt werden, dass der Einsatz kostengünstiger mobiler Pumpen möglich wird.

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