Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Projektsteckbrief

Logo des Labertalprojekts

Naturnaher Gewässerausbau:

1. Die Planung

Für den ca. 850 ha umfassenden Talraum der Großen Laber im Landkreis Kelheim ist auf der Basis fundierter Voruntersuchungen ein erweiterter Gewässerpflegeplan (Ökologische Entwicklungskonzeption) erstellt worden. Initiatoren des Projekts waren das Wasserwirtschaftsamt Landshut und die „Höhere Naturschutzbehörde“ an der Regierung von Niederbayern in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverein Kelheim VöF.
Inhaltliches Ziel war es, durch die Zusammenführung aller Nutzungs- und Schutzinteressen ein Planungskonzept zu erarbeiten, das wasserwirtschaftliche, naturschutzfachliche und landwirtschaftliche Zielvorstellungen für eine Talaue in der Kulturlandschaft integriert.
Im Sinne einer offenen, akzeptanz- und umsetzungsorientierten Planungsstrategie wurde eine projektbegleitende Arbeitsgruppe installiert.


Zusammensetzung der Projektgruppe:


Die Planung wurde Anfang 1997 mit einem „Gemeinsamen Planungskonzept“ erfolgreich zum Abschluß gebracht. Schlüssel zum Erfolg der Planung war der innovative planungsmethodische Ansatz (offener, transparenter und partnerschaftlicher Planungsprozeß) in Verbindung mit dem Einsatz moderner EDV (Geografisches Informationssystem)

Ausschnitt gemeinsames Planungskonzept
+Ausschnitt gemeinsames Planungskonzept

2. Die Umsetzung

Für die Umsetzung der Planung ab dem Jahre 1998 wurde ein projektspezifisches auf dem Prinzip der Freiwilligkeit basierendes Organisationsmodell erarbeitet.
Eine zentrale Rolle übernimmt der Umsetzungsberater. Um die geplanten Nutzungsänderungen zu erreichen, führt er im Auftrag des Landschaftspflegevereins Kelheim (VÖF) intensive Gespräche mit den Landwirten und Grundstückseigentümern, verdeutlicht die Projektziele, erläutert die finanziellen Anreize zur Nutzungsänderung und hat die Federführung bei der Abwicklung des Grunderwerbs für naturschutzfachliche und wasserwirtschaftliche Zwecke
1999 hat das Amt für ländliche Entwicklung in Regensburg ein erstes Flurneuordnungsverfahren (Niederleierndorf II) zur Unterstützung der Umsetzung des Labertalprojekts angeordnet. Wasserwirtschaftsamt, Markt Langquaid und die Teilnehmergemeinschaft erwarben die Flächen, die zur wasserwirtschaftlichen und ökologischen Optimierung der Talaue notwendig sind. Die Landwirte konnten ab Herbst 2002 ihre neu eingeteilten Flächen bearbeiten. Die geplanten Nutzungsänderungen indem ca. 300 ha umfassenden Teilgebiet konnten weitgehend realisiert werden


Ergebnisse der Umsetzung im Bereich Ober- und Niederleierndorf
+Ergebnisse der Umsetzung im Bereich Ober- und Niederleierndorf

Nach dem Vorbild des Neuordnungsverfahrens Niederleierndorf II wurden 2004 zwei weitere Verfahren angeordnet. Mit ihnen ist der gesamte Talabschnitt im Landkreis Kelheim abgedeckt. In beiden Verfahren läuft zur Zeit der Grunderwerb. Gleichzeitig wurden die ökologischen und wasserwirtschaftlichen Planungen für einen ca. 250 ha großen Abschnitt des Labertals im Landkreis Landshut ausgedehnt.

Ausblick

Wenn die Planziele erreicht werden, kann das Labertal zum Musterbeispiel eines naturnahen Flusstales werden. Langfristig gesehen erbringt die heutige Investition morgen Kosteneinsparungen und eine Verbesserung des Ressourcenschutzes. Die hier entwickelte beispielhafte Vorgehensweise ist übertragbar auf andere Flusstäler. Im niederbayerischen Vilstal sind bereits vergleichbare Projekte angelaufen.

Weiterführende Informationen

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