Pressemitteilung
17.08.2011
Gefährdung der Gewässer durch Sickersaft aus Rebenhäckselhaufen
In den nächsten Tagen wird in der Hallertau wieder die Hopfenernte eingefahren.
Anschließend werden die Rebenhäcksel auf großen Haufen abgelegt. Für manchen Bach und alles was darin lebt kann es in dieser Zeit bei unsachgemäßer Lagerung zu erheblichen Belastungen kommen.
Durch Fäulnisprozesse im Häckselhaufen entstehen nach wenigen Tagen braun gefärbte Sickersäfte, die rund 300-fach organisch höher belastet sind als häusliches Abwasser. Wenn z.B. vier Liter Gärsaft in der Stunde in ein Gewässer gelangen, so kommt dies einer Belastung durch Abwasser von etwa 200 Menschen gleich. Es ist leicht ersichtlich, wie gefährlich diese Sickersäfte für das Grundwasser und vor allem für die kleinen Bäche in der freien Landschaft werden können.
Das Wasserwirtschaftsamt Landshut appelliert deshalb an die Hopfenbauern, das Häckselgut rechtzeitig vor dem Beginn der Gärungsprozesse wieder auf die Felder zu bringen. Sollte dies betriebsbedingt nicht möglich sein, so ist der Lagerplatz abzudichten und die Gärsäfte müssen gesammelt und landwirtschaftlich verwertet werden.
Nicht ordnungsgemäße Ablagerungen, die zu Gewässerverunreinigungen führen, stellen kein Kavaliersdelikt dar. Sie können eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen.

