Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Pressemitteilung


20.01.2011

Vilstalsee halbiert Hochwasser

Steuerung des Vilstalsees durch das Wasserwirtschaftsamt Landshut vermindert das Hochwasser deutlich

Das Hochwasser in Bayern war in den letzten Tagen in allen Medien präsent. Auch an der niederbayerischen Vils ist ein größeres Hochwasser abgeflossen. Wenn man die Auswirkungen im Vilstal genauer betrachtet fällt eines auf: Während oberhalb Marklkofens die Talaue breitflächig von Ausuferungen betroffen war, waren unterhalb Marklkofens nur geringe Ausuferungen zu verzeichnen, die Vils blieb über weite Teile in ihrem Flussbett.

Grund für diese „Zweiteilung“ ist das staatliche Hochwasserrückhaltebecken Vilstalsee. Wie die anderen 23 staatlichen Wasserspeicher im Geschäftsbereich des Bayerischen Umweltministeriums auch, stellt der im Jahre 1976 in Betrieb genommene Vilstalsee einen wichtigen Baustein für den Hochwasserschutz im Freistaat Bayern dar. Im Oberlauf des Vilstalsees flossen beim vergangenen Hochwasser maximal 160 Kubikmeter pro Sekunde. Das entspricht einem statistisch alle 10 Jahre auftretenden Hochwasserereignis. Durch das gezielte Anstauen des Vilstalsees wurde der Abfluss unterhalb um mehr als die Hälfte, auf ein ca. 2-jährliches Hochwasserereignis, reduziert.


„Im Verlauf des Hochwasserereignisses wurden am staatlichen Hochwasserrückhaltebecken Vilstalsee über 5,6 Millionen Kubikmeter Wasser der Vils zurückgehalten und zeitversetzt wieder abgegeben. Dieses Volumen entspricht einer kaum vorstellbaren 750 m hohen Wassersäule auf der Fläche eines Fußballplatzes. Dazu musste das Hochwasserrückhaltebecken um über 3 Meter angestaut werden. Bis zum maximal zulässigen Wasserstand verblieb nur noch eine Reserve von 80 Zentimetern.“ so Matthias Esser, der für den Vilstalsee zuständige Betriebsbeauftragte am Wasserwirtschaftsamt Landshut.

Würde diese Reserve bei einem noch größeren Hochwasserereignis erschöpft, müsste das Hochwasserrückhaltebecken anschließend das zulaufende Wasser ungebremst in das Unterwasser abgeben und würde im schlimmsten Fall wirkungslos. „Auch wenn es bei diesem Hochwasser für die Unterlieger glimpflich ausgegangen ist, darf die Wirkung des Hochwasserrückhaltebeckens Vilstalsee nicht überschätzt werden. Bei extremen Katastrophenhochwässern gewährt der Vilstalsee seinen Unterliegern keinen ausreichenden Schutz. Darum ist es wichtig, das Überschwemmungsgebiet solcher Extremereignisse der Vils auch unterhalb des Sees von jeglicher schadensträchtigen Nutzung wie Bebauung freizuhalten.“ sagt Johannes Schmuker, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Landshut.

Vilstalsee bei einem Seepegel von 402,17 m ü. NN
+ Vilstalsee bei einem Seepegel von 402,17 m ü. NN

Abgabe von 60 m<sup>3</sup> aus dem staatlichen Hochwasserrückhaltebecken Vilstalsee
+ Abgabe von 60 m3 aus dem staatlichen Hochwasserrückhaltebecken Vilstalsee

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