Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Pressemitteilung


18.08.2009

Gefährdung der Gewässer durch Sickersaft aus Rebenhäckselhaufen

In den nächsten Tagen wird in der Hallertau wieder die Hopfenernte eingefahren.

Anschließend werden die Rebenhäcksel auf großen Haufen abgelegt. Für manchen Bach stellt diese Zeit eine nicht zu unterschätzende Belastung dar.

Durch Fäulnisprozesse im Häckselhaufen entstehen nach wenigen Tagen braun gefärbte Sickersäfte, die rund 300-fach organisch höher belastet sind als häusliches Abwasser. Wenn z.B. vier Liter Gärsaft in der Stunde in ein Gewässer gelangen, so kommt dies einer Belastung durch Abwasser von etwa 200 Menschen gleich. Es ist leicht ersichtlich, wie gefährlich diese Sickersäfte für das Grundwasser und vor allem für die kleinen Bäche in der freien Landschaft werden können. Das Wasserwirtschaftsamt Landshut appelliert deshalb an die Hopfenbauern, das Häckselgut rechtzeitig vor dem Beginn der Gärungsprozesse wieder auf die Felder zu bringen. Sollte dies betriebsbedingt nicht möglich sein, so sind der Lagerplatz abzudichten und die Gärsäfte zu sammeln und landwirtschaftlich zu verwerten.

Auch wenn das Verständnis der Hopfenbauern für den Gewässerschutz in den zurückliegenden Jahren stetig gewachsen ist, waren doch stellenweise noch Missstände zu beobachten, die im Sinne des Gewässerschutzes nicht hingenommen werden können.

Nicht ordnungsgemäße Ablagerungen, die zu Gewässerverunreinigungen führen, stellen kein Kavaliersdelikt dar. Sie können eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen.

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