Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Pressemitteilung


20.08.2007

Modernisierung am Vilstalsee

Wasserwirtschaftsamt Landshut erneuert Steuerung und Messeinrichtungen

Seit seiner Inbetriebnahme im Jahre 1976 als 13ter von derzeit 21 staatlichen Wasserspeichern in Bayern stellt der Vilstalsee einen wichtigen Baustein für den Hochwasserschutz des unteren Vilstals dar. Zusammen mit dem gemäßigten Ausbau der Vils im Unterlauf des Vilstalsees gelang es durch den Bau des Stausees die Häufigkeit von Hochwasserereignisse mit gravierenden Folgen für die Landwirtschaft deutlich zu vermindern. Über die Schutzfunktion hinaus hat sich der See mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet zu einem für die Naherholung und den Fremdenverkehr bedeutenden Gebiet in der sonst an Seen armen Region entwickelt.

Nach nunmehr über 30 Jahren Betrieb wurde in diesem Jahr die Elektrotechnik im Auslassbauwerk, also dem Betonbauwerk im Damm, sowie im Schöpfwerk auf dem Grundstück der Betriebsstelle in Marklkofen erneuert. So ersetzt moderne Elektronik die elektromechanischen Bauteile aus den 70er Jahren. „Man kann in diesem Zu-sammenhang durchaus von einem Generationswechsel sprechen.“ meint Johannes Schmuker, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Landshut.

Parallel zur Erneuerung der Elektrotechnik wurde auch das Mess- und Kontrollsystem des Vilstalsees erweitert. Das Mess- und Kontrollsystem dient dazu, die Anlagenteile und deren Funktionsfähigkeit zu überwachen. Um das im 1.790 m langen Dammbauwerk anfallende Sickerwasser kontinuierlich messen zu können, wurden auf der dem See abgewandten Seite des Staudammes zwei Sickerwassermessschächte errichtet. Von außen sehen diese Bauwerke wenig spektakulär etwa wie zwei aufwändigere Gartenhäuser aus. In den Schachtbauwerken kommt man über innen liegende Treppen aber bis in etwa 7 m Tiefe hinunter zu den Messeinrichtungen. Die technische Ausstattung der Schächte wird derzeit öffentlich ausgeschrieben und soll noch dieses Jahr eingebaut werden.

Die Erneuerung der Elektrotechnik und die Erweiterung des Mess- und Kontrollsystems ist Teil eines umfangreichen Konzeptes um den Vilstalsee fit für die Zukunft zu machen. Die Notwendigkeit eine technische Anlage wie einen Stausee fortlaufend zu modernisieren ergibt sich aus verschiedenen Gründen. Zum einen muss natürlich dem technischen Fortschritt und der Alterung des Bestandes Rechnung getragen werden. Außerdem ergibt sich aus den Erfahrungen und Erkenntnissen aus über 30 Jahren Betrieb der Anlage Optimierungspotential. Als Dritter Grund ist die Anpassung an die sich wandelnden technischen Regelwerke wie DIN-Normen zu nennen.

Für die oben genannten Maßnahmen wendet der Freistaat Bayern am Vilstalsee Haushaltsmittel in einer Höhe von etwa 600.000,- € auf.

Für den Hochwasserschutz stehen am Vilstalsee ein maximales Stauvolumen von 10,6 Mio. Kubikmetern zur Verfügung. Dieses Stauvolumen auf die Fläche eines Fußballplatzes umgerechnet, ergäbe eine kaum vorstellbare Wassersäule von etwa 1,5 km Höhe. Mit den durchgeführten und im Weiteren geplanten Maßnahmen sind die Weichen gestellt, dass der der Vilstalsee seine Funktion als zentraler Baustein im Hochwasserschutz des Vilstals auch weiterhin zuverlässig erfüllen kann.




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