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Auf dem Weg zum energieautarken Klärwerk - Energie aus Klärschlamm auf der Kläranlage Bad Abbach
Die Kläranlage in Bad Abbach muss in der nächsten Zeit saniert und erweitert werden. Ein neues Wasserrechtsverfahren steht ebenfalls an. Nun können diese Maßnahmen zusammen mit einem Pilotprojekt realisiert werden, bei dem durch eine Nachrüstung der bestehenden Kläranlage in Bad Abbach mit einem Faulturm Energie erzeugt werden kann.
Bislang wurde für Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von unter 20.000 Einwohnerwerten im Regelfall eine aerobe Abwasserbehandlung durchgeführt. Bei dem aeroben Verfahren muss mit hohem Energieaufwand der Klärschlamm belüftet werden, um Sauerstoff für den Abbauprozess durch die Bakterien bereitzustellen. Die intensive Belüftung muss so lange erfolgen, bis auch der Klärschlamm ausgefault ist.
Im Gegensatz dazu kann der Klärschlamm auch anaerob, d.h. unter Ausschluss von Sauerstoff, behandelt bzw. ausgefault werden. Dabei entstehen Gase, die wie bei einer Biogasanlage zur Energieerzeugung genutzt werden können.
In Bad Abbach soll nun die Nachrüstung und der Betrieb einer solchen anaeroben Anlage bei einer Ausbaugröße der Kläranlage von derzeit rund 10.000 Einwohnerwerten erprobt werden.- 2012 soll dafür die Planung fertig gestellt werden.
- 2013 wird voraussichtlich mit der baulichen Umsetzung begonnen.
- 2014 sollen erste Ergebnisse vorliegen.
- Das Projekt wird vom Ingenieurbüro Bauer Beratende Ingenieure GmbH aus Regensburg geplant.
- Die Projektleitung übernimmt das Bayerische Landesamt für Umwelt im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit.
- Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und durch das Ingenieurbüro ATM aus Braunschweig.
- Für die finanzierungstechnische Abwicklung der Zuschüsse (Pilotprojekt) ist das Wasserwirtschaftsamt Landshut zuständig.
Die in Bad Abbach gewonnen Erkenntnisse können dann auch für andere Kläranlagen in Bayern oder anderswo genutzt und übertragen werden. Dabei wird aber immer eine jeweilige Einzelfallprüfung notwendig werden.
Der Markt Bad Abbach und das Wasserwirtschaftsamt Landshut freuen sich, dass die Kläranlage in Bad Abbach diese Vorreiterrolle übernehmen darf. Besonders auch deshalb, weil für dieses Pilotprojekt der Freistaat Bayern einen Zuschuss von 50% der zuwendungsfähigen Kosten zur Verfügung stellt.

