Wasserwirtschaftsamt
Landshut

Auf dem Weg zum energieautarken Klärwerk

Energie aus Klärschlamm auf der Kläranlage Bad Abbach

Abwasserentsorgung im Amtsgebiet

Die Kläranlage in Bad Abbach muss in der nächsten Zeit saniert und erweitert werden. Ein neues Wasserrechtsverfahren steht ebenfalls an. Nun können diese Maßnahmen zusammen mit einem Pilotprojekt realisiert werden, bei dem durch eine Nachrüstung der bestehenden Kläranlage in Bad Abbach mit einem Faulturm Energie erzeugt werden kann.

Bislang wurde für Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von unter 20.000 Einwohnerwerten im Regelfall eine aerobe Abwasserbehandlung durchgeführt. Bei dem aeroben Verfahren muss mit hohem Energieaufwand der Klärschlamm belüftet werden, um Sauerstoff für den Abbauprozess durch die Bakterien bereitzustellen. Die intensive Belüftung muss so lange erfolgen, bis auch der Klärschlamm ausgefault ist.

Im Gegensatz dazu kann der Klärschlamm auch anaerob, d.h. unter Ausschluss von Sauerstoff, behandelt bzw. ausgefault werden. Dabei entstehen Gase, die wie bei einer Biogasanlage zur Energieerzeugung genutzt werden können.

In Bad Abbach soll nun die Nachrüstung und der Betrieb einer solchen anaeroben Anlage bei einer Ausbaugröße der Kläranlage von derzeit rund 10.000 Einwohnerwerten erprobt werden.

Die in Bad Abbach gewonnen Erkenntnisse können dann auch für andere Kläranlagen in Bayern oder anderswo genutzt und übertragen werden. Dabei wird aber immer eine jeweilige Einzelfallprüfung notwendig werden.

Der Markt Bad Abbach und das Wasserwirtschaftsamt Landshut freuen sich, dass die Kläranlage in Bad Abbach diese Vorreiterrolle übernehmen darf. Besonders auch deshalb, weil für dieses Pilotprojekt der Freistaat Bayern einen Zuschuss von 50% der zuwendungsfähigen Kosten zur Verfügung stellt.